Ein paar Autominuten südlich von Schleswig, dort wo sich die Schlei zum stillen Haddebyer Noor weitet, liegt einer der bedeutendsten Orte der Wikingerzeit in Europa. Was heute wie eine friedliche Wiesenlandschaft mit sanftem Halbkreiswall wirkt, war vor gut 1.000 Jahren eine der größten Handelsstädte Nordeuropas: Haithabu. Wir haben es uns angesehen, weil wir wegen des Baltic Open Air ohnehin fast vor Ort waren.
Geschichte
Haithabu zählte zur Wikingerzeit neben Birka in Schweden und Ribe in Dänemark zu den bedeutendsten Handelsplätzen des Nordens. Zusammen mit dem angrenzenden Grenzbauwerk Danewerk wurde der Ort 2018 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Über 100 Jahre archäologischer Forschung stecken in dem, was Besucher heute sehen, und noch immer wird an der Stätte gegraben und geforscht.
Das Ausstellungshaus
Den Auftakt bildet das moderne Ausstellungsgebäude in der Nähe des Parkplatzes. Hier lagern Originalfunde aus mehr als einem Jahrhundert Ausgrabung: Schmuck, Werkzeuge, Alltagsgegenstände und die Überreste eines königlichen Schiffes, das 1979 geborgen wurde. Filme und multimediale Stationen erzählen, wie das Leben in der frühmittelalterlichen Stadt zwischen dem neunten und elften Jahrhundert ausgesehen haben könnte, konkret und ohne romantisierende Wikinger-Klischees.
Das Freigelände
Der eigentliche Höhepunkt liegt gut zwanzig Gehminuten vom Ausstellungshaus entfernt: das rekonstruierte Siedlungsgelände innerhalb des historischen Halbkreiswalls, direkt am Wasser des Haddebyer Noors. Sieben originalgetreu nachgebaute Häuser aus Holz und Reet lassen erahnen, wie eng, verraucht und lebendig der Alltag der Bewohner gewesen sein muss. Eine rekonstruierte Landebrücke führt hinunter ans Wasser, von der in den Sommermonaten auch Fahrten mit einem nachgebauten Wikingerschiff starten. Ein Besuch lässt sich gut mit dem nahen Danewerk-Museum in Dannewerk oder den Landesmuseen auf Schloss Gottorf in Schleswig verbinden, alle drei Häuser gehören zur selben Museumsstiftung.
Beste Zeit
Von April bis Oktober ist Haithabu täglich geöffnet, auch die Wikingerhäuser auf dem Freigelände, die ideale Zeit für einen ausgedehnten Besuch mit Picknick am Ufer. In den Wintermonaten schließen die Häuser, das Ausstellungshaus bleibt mit reduzierten Zeiten zugänglich. Wer Ruhe sucht, kommt außerhalb der Ferienzeiten, dann lässt sich der Halbkreiswall fast menschenleer erwandern, im Sommer sind Familien, Schulklassen und Wikinger-Enthusiasten gleichermaßen unterwegs.
Bildergalerie
Tipps für den Besuch
Außerhalb der Ferien ist der Halbkreiswall fast menschenleer, im Winter sind die Wikingerhäuser geschlossen.
Adresse, Zeiten und Anreise
- Adresse
- Wikinger Museum Haithabu, Am Haddebyer Noor 5, 24866 Busdorf
- Öffnungszeiten
- April bis Oktober täglich 9 bis 17 Uhr; November bis März Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr, montags Ruhetag; Wikingerhäuser im Winter geschlossen
- Mit der Bahn
- RE7 von Hamburg Hauptbahnhof bis Schleswig, dann Bus (Linie 1, je nach Fahrplan auch 695 oder 720) bis „Busdorf Haddeby/Haithabu“
- Mit dem Auto
- A 7 bis Ausfahrt Schleswig/Jagel, dann Beschilderung „Haithabu“, das Museum liegt an der B 76 zwischen Schleswig und Eckernförde; großer kostenfreier Parkplatz am Museum
Angaben nach unserem Besuch, Zeiten und Preise können sich geändert haben. Aktuelle Zeiten und Preise stehen auf der Website des Wikinger Museums Haithabu.
Das Ausstellungshaus ist rollstuhlgerecht, an der Kasse kann ein Rollstuhl ausgeliehen werden. Das Gelände und die Häuser sind überwiegend barrierefrei, nach Absprache ist eine Anfahrt bis zu den Häusern möglich (Anmeldung unter +49 (0)4621 813 122 empfohlen).
Karte und Navigation
Die Karte wird von Google Maps bereitgestellt. Beim Laden werden Daten an Google übertragen.
































