Palazzo Hamburg ist vor allem eines: ein Vier-Gang-Menü der Hamburger Spitzenköchin Cornelia Poletto, das sich mit den Showeinlagen im Spiegelzelt abwechselt. In der Spielzeit 2025/26 mit der Show „HIER & JETZT“ stand die zehnte Saison bis zum 8. März 2026 im Zeichen von Barbabietola, Kürbis, Ente all’arancia und Torta Caprese. Wir haben die Medienpremiere mit rund 370 Gästen besucht.
Die Spielzeit 2025/26 ist beendet. Dieser Beitrag ist ein Rückblick auf die Medienpremiere im November 2025, Termine und Menü gelten nur für diese Saison.
Das Jubiläums-Dinner: das Vier-Gang-Menü
Nicht ganz unwichtig ist bei der Varieté-Show einer Spitzenköchin das Vier-Gänge-Menü, das hier den Rhythmus des Abends vorgibt. Als Vorspeise gab es „Barbabietola“ (Mille-feuille von roter Bete und Caprinocreme, winterliche Blattsalate und Norcia-Trüffel-Vinaigrette).
Als Zwischengang wurde „Orange is the new black“ serviert, ein confierter Kürbis und Kürbiskern-Crunch an Hokkaido-Cremesuppe, dazu pochiertes Lachsrückenfilet und Kernöl. Die vegetarische Version bestand aus pflanzlichem Filet „Lachs Style“.
Zum Hauptgang wurde „Ente all’arancia“ aufgetischt, eine lackierte Entenbrust (vegetarisch: lackierter Knollensellerie mit Karottentexturen), gebackenem Safran-Arancino und sizilianischer Orangen-Jus. Und zum Abschluss kam das Dessert „Torta Caprese alla Poletto“ (dunkles Schokoladentörtchen mit Piemonteser Haselnusscreme, zweierlei von der Birne und Vanilleschaum).
Die Kreationen waren wieder von bewährt-vorzüglicher Qualität, dafür steht die Köchin in Hamburg seit vielen Jahren mit ihrem Namen. Während der Mahlzeiten betätigten sich die Artisten als Running Acts im Publikumsbereich und die Boomraiders samt Sängerin untermalten es musikalisch, was leider aufgrund von Konversationen des Publikums meist etwas unterging.
Cornelia Poletto und der Spiegelpalast
Die aus dem TV bekannte Cornelia Poletto eröffnete 2000 ihr eigenes Restaurant „Poletto“ und erhielt bereits im zweiten Jahr einen Stern im Guide Michelin. Bekannt ist sie auch den Fernsehzuschauern durch verschiedene Formate.
Wie im letzten Jahr ist PALAZZO in der Waidmannstraße 26 in Hamburg-Altona in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Diebsteich auf dem alten Thyssen-Krupp-Gelände zu finden. Der Zugang variiert aber zum letzten Jahr und ist etwas schwer zu finden.
Die Geschichte der Spiegelpaläste geht bis zur vorletzten Jahrhundertwende zurück, als die Zelte vor allem als mobile Tanzpavillons genutzt und Woche für Woche in einer anderen Stadt aufgebaut wurden. Den Mittelpunkt des Palazzo-Spiegelzeltes mit Samt, Seide und unzähligen Lichtern bildet die Bühne, die sich hydraulisch heben und senken lässt und so von allen Seiten beste Sicht bietet.
Die Show „HIER & JETZT“
Versprochen wurde „Feinsinn trifft Frechheit, Präzision trifft Chaos – und gerade in der Reibung entsteht etwas Überraschendes. Ein Abend, so unvorhersehbar wie das Leben selbst.“ Bernd Zerbin und Cornelia Poletto begrüßten das Publikum und ließen auch mit statistischen Zahlen die letzten 10 Spielzeiten Revue passieren. Die vier Musiker von den Boomraiders boten Live-Musik für die Dinner-Show, die Singer/Songwriterin Katharina Münz aus Berlin sorgte mit variationsreicher Stimme für den gesanglichen Part von Pop bis Rock. Passend zum Showbeginn sang sie „Come together“ von den Beatles.
Das Trio Laser Kiwi aus Neuseeland brachte Artistik und Comedy mit viel Publikumsbeteiligung: Ein Gast durfte auf der Bühne mit Streichhölzern Kerzen anzünden und bekam am Ende mit Begleitung ein Essen auf der Bühne serviert. Das Duo Vol au Vent aus Kanada und den USA schleuderte sich auf dem „Koreanischen Schleuderbrett“ bis kurz unter die Decke. Igor Boutorine aus Sibirien zeigte eine akrobatische Variante des Hula-Hoop, Madeline Haugen aus Kanada inszenierte den Chinesischen Mast zu einem Pink-Floyd-Song.
Das Duo Moh aus Äthiopien katapultierte sich mit den Beinen in die Luft, der Zuschauer staunte besonders, als der „Geschleuderte“ mit verbundenen Augen landete. Seraphim Richter aus Deutschland zeigte Luftakrobatik an den Strapaten, der Handstand-Künstler Mukhamadi Sharifzoda aus Tadschikistan stellte sich auf Holzklötze, einarmig und mit Handwechsel im Sprung.
Fazit
Die Show steckte voller Witz, Spontanität und atemberaubender Artistik – exzentrisch, frech und dynamisch. Die Show war wieder absolut stimmig, es passte alles zusammen: Ambiente, künstlerische Acts, Speisen und Musik. Am Ende der Show gab es langanhaltenden Beifall.
Soweit rundum perfekt, obwohl es zur Medienpremiere beim Essen noch kleine Aussetzer gab (an unserem Tisch wurde sechsmal der Hauptgang vergessen und bei der Lachs-Cannelloni fehlte die Cannelloni). Von den Anfangsschwierigkeiten abgesehen ist die Show eine absolute Empfehlung und lief bis zum 8. März 2026. Beginn der Vorführung ist dienstags bis samstags 19:00 Uhr, sonntags 18:00 Uhr. Einlass ist 90 Minuten vor Showbeginn. Täglich sorgen rund 80 Mitarbeiter und Künstler vor und hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf im PALAZZO.
Das Palazzo im Vorjahr: Palazzo Hamburg 2024/25: Family Affairs.
Bildergalerie
Tipps für den Besuch
Der Zugang zum Spiegelzelt war nicht ganz leicht zu finden, am besten ausreichend Zeit einplanen. Einlass war 90 Minuten vor Showbeginn.
Der Palazzo Hamburg 2025/26 im Überblick
- Spielzeit
- Zehnte Saison, bis 8. März 2026
- Ort
- Waidmannstraße 26, Hamburg-Altona, auf dem alten Thyssen-Krupp-Gelände
- S-Bahn
- S-Bahnhof Diebsteich in unmittelbarer Nähe
- Beginn
- Dienstag bis Samstag 19:00 Uhr, Sonntag 18:00 Uhr, Einlass 90 Minuten vor Showbeginn
- Menü
- Vier Gänge von Cornelia Poletto, mit vegetarischen Varianten
Angaben nach unserem Besuch der Medienpremiere im November 2025, sie gelten nur für die damalige Spielzeit.
Karte und Navigation
Die Karte wird von Google Maps bereitgestellt. Beim Laden werden Daten an Google übertragen.





















































