Zeche Zollverein Essen

Früher waren die Schätze im Ruhrgebiet schwarz, schwarz wie Kohle. Heute liegt der Schatz des Weltkulturerbes Industriekomplex Zeche Zollverein über Tage. Man nannte sie „die schönste Zeche der Welt“, sie ist ein Monument der Industriekultur und ein Symbol für den Wandel der einst größten Steinkohlenzeche Europas in einen Kultur- und Wirtschaftsstandort. Die Anlagen sind noch komplett erhalten und erzählen die Geschichte des Kohle- und Stahlzeitalters. 2001 wurden Zeche und Kokerei Zollverein in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Das Wahrzeichen

Das 55 Meter hohe Doppelbock-Fördergerüst am Eingang von Schacht XII mit der Namensinschrift „Zollverein“ ist der optische Mittelpunkt der Anlage und hat sich als Wahrzeichen des Ruhrgebiets etabliert. Die Gebäude entstanden größtenteils Ende der 1920er Jahre im damals hochmodernen Bauhausstil, in geometrischen, meist kubischen Formen. Dass das Doppelbock-Fördergerüst oben herausragt, hatte einen einzigen Grund: Es war damals billiger zu bauen. Gut so, sonst hätte man heute kein Wahrzeichen.

Auf dem Welterbe-Areal haben 39 Unternehmen ihren Sitz, über 950 Personen sind beschäftigt, es gibt 65 Gebäude, über 200 technische Anlagen und Maschinen, etwa 2,7 Kilometer Bandbrücken und über 13,2 Kilometer Rohrleitungen. Das Bergwerk galt mit seinen weitgehend automatisierten Abläufen als das größte und leistungsfähigste weltweit. Zwischen 1847 und 1986 wurden 220 Millionen Tonnen Kohle gefördert, täglich bis zu 13.000 Tonnen, mit bis zu 8.000 Bergleuten im Schichtwechsel. Die Zeche schloss 1986 als letzte von 291 Zechen der einst größten Bergbaustadt Europas, kurz darauf wurde das Ensemble unter Denkmalschutz gestellt, ein Jahr später begann die Sanierung. Zum Komplex gehören die Bereiche Schacht XII, Schacht 1/2/8 und die Kokerei auf 100 Hektar, das ist größer als die Essener Stadtmitte. Nach dem Kölner Dom ist Zollverein mit rund 1,5 Millionen Besuchern jährlich das zweitbeliebteste Kulturausflugsziel in NRW.

Besuch und Denkmalpfad

Vom Vorplatz führt eine große, orange beleuchtete Rolltreppe hinauf in den Eingangsbereich des Ruhr Museums. Im vorderen Bereich kann man Förderanlagen kostenlos ansehen oder im Café einkehren, dort sind auch ein Info-Point und der Ausgangspunkt für Führungen. Wir empfehlen eine Führung durch den Denkmalpfad ZOLLVEREIN®, sie dauert rund zwei Stunden und führt in Bereiche, die man sonst nicht betreten darf. So erfährt man viel über die im Originalzustand erhaltenen Übertageanlagen von Zeche und Kokerei, zum Beispiel dass der „Ehrenplatz“ vor dem Doppelbock-Fördergerüst höhergestellten Personen vorbehalten war und durch eine hohe Mauer vom Arbeitsbereich getrennt wurde, damit die Besucher die Arbeiter nicht sahen.

Park und Museen

Der etwa 70 Hektar große ZOLLVEREIN® Park mit über 20 Kunstwerken bekannter Künstler ist auch nach Feierabend einen Besuch wert. Bei schönem Wetter dient er als Picknickplatz, Laufstrecke und Spazierweg, die Gleise der Verladebereiche wurden zu Fußwegen umgebaut. Zollverein wurde mehrfach als beste Eventlocation Deutschlands ausgezeichnet, auf 14.000 Quadratmetern Veranstaltungsfläche finden regelmäßig Konzerte statt. Auf dem Gelände von Schacht XII liegt das Ruhr Museum, im Kesselhaus das Red Dot Design Museum, das Casino Zollverein lädt zum luxuriösen Speisen ein. In den 1990er Jahren siedelten sich zahlreiche Institutionen und Unternehmen aus Kunst, Kultur, Design und Neuen Medien in den restaurierten Gebäuden an. Eine kostenlose App zeigt Infos und den eigenen Standort, für Hobbyfotografen gibt es spezielle Fototouren.

Bildergalerie

Tipps für den Besuch

Tipp

Eine Führung über den Denkmalpfad (rund zwei Stunden) zeigt Bereiche, die sonst gesperrt sind.

Adresse und Öffnungszeiten

Besucherzentrum
Zollverein Schacht XII, Halle 2, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen
Öffnungszeiten (Stand unseres Besuchs)
Täglich 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Navigation
Gelsenkirchener Straße (Kreuzung Drostenbusch) in 45141 Essen eingeben

Angaben nach unserem Besuch, Zeiten und Preise können sich geändert haben. Aktuelle Zeiten, Führungen und Preise stehen auf der Website der Stiftung Zollverein.

Karte und Navigation

Die Karte wird von Google Maps bereitgestellt. Beim Laden werden Daten an Google übertragen.

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